Der Couponschneider und die Finanzapostel

 

Jetzt ist es raus. Einige treue Leser fühlen sich scheinbar nicht mehr wohl in der Finanzcommunity. Einerseits verständlich, andererseits: Ihr Heuchler!

Info: Anscheinend hat der Couponschneider seinen Blog gelöscht. Die Links zu seinem Blog funktionieren deshalb nicht mehr. Daher habe ich die Verlinkungen gelöscht und die Original-URL nach den ehemaligen Verlinkungen eingefügt.

Der Couponschneider hat mit seinem Rückblicks-Artikel (ehemals: http://couponschneider.blogspot.co.at/2017/05/ein-kleiner-ruckblick-mit-ausblick-8.html#comment-form) aufsehen erregt. Sein quasi Rundumschlag gegen die Finanzblogszene ist härter als eine feministische Revolte gegen Patriarchen. Als „langweilig“, bezeichnet er seine zur Routine gewordenes investieren. Was noch? Andere Finanzblogs wiederholen sich, es gibt nichts Neues. Aufhänger: Die 72er Regel. Mann, checkt es doch endlich! Es ist nur eine einfache Berechnung – Der Couponschneider ist außer sich. Außerdem: Immer mehr Finanzblogs schießen aus dem Boden und lustige Namen geben sie sich noch dazu. Der Finanzrocker sei – sinngemäß – auch nicht mal das was er mal war. Auch die Kommentarspalte ist voller Apostel der Finanzreligion.

Was sagen die Leser dazu? Zusammengefasst:

Gurki: Zu viele Blogs, so viele kann man nicht lesen; liest weniger; gleiche Themen

Sparkojote: Differenzierter; Sowas passiert überall; Liegt am Hype; Mit Zeit kommt Rat; Er sieht es positiv, dass sich viele Menschen Gedanken machen. Jeder Beitrag ist anders.

Wirtschaftswaise: 80% liest er sowieso nicht – nach Kenntnissnahme der Überschrift; Wiederholungen; oder kein Interesse

Tobias: neue Finanzblogs als Störfaktor; fast keine Berichte mehr lesen;

Felix Meier: Finanzblogs abgestanden; 20 jähriger erzählt, wie man finanziell frei wird.

Ex-Studentin: Wiederholungen kann man nicht vermeiden; Setzt auf Privates

Anonym: Autosuggestion; Wichtig, dass man sich über das Geschriebene immer wieder Gedanken macht.

Das ist doch mal spannend, oder nicht?

Finanzapostel und Heuchler

Wenn ich den Beitrag und die Kommentare durchlese, schwirrt mir nur ein Begriff im Kopf herum: Heuchler!

Einerseits wird dauerhaft gepredigt, wie toll es ist über Finanzen zu sprechen, wie schön es doch ist, wenn ein neuer Apostel dem ausgewählten Kreis der Finanzfanatiker beitritt und das man doch so oft als möglich über Geld sprechen sollte. Andererseits trifft sich dann ein „Geheimzirkel“ in der Kommentarsektion und lässt sich über die Vielfalt neuer Gedanken – also Blogs – Wiederholungen und 72er-Regeln aus. (Übrigens, ich habe auch kürzlich darüber geschrieben – ich böser böser Wiederholungstäter) Wie passt das zusammen? Ist es Resignation, weil plötzlich der einst verschworene Kreis ganz und gar nicht mehr unter sich ist? In der Geschichte ist das ein gängiges Muster. Die eigene Macht schwindet, es kommt zu Machtkampf. Schumpeter würde von schöpferischer Zerstörung sprechen. Ein Unternehmer verschwindet von der Bildfläche, ein anderer kommt nach. Oder ist es eben doch nur Langeweile und die Sucht nach neuen Gedanken?

Zusätzlich zu dieser Absurdität wird sich über die Namensgebung von neuen und gediegenen Blogs ausgelassen. Sparkojote? Geldkatze? Finanzfisch? Das geht doch nicht! Was bilden sich diese Menschen ein? Ihre Kreativität können die doch woanders ausleben. Im persönlichen Sexleben, aber doch nicht bei der Namensgebung ihres Blogs. Unverschämtheit! Was denkt sich der Finanzleser dann wohl bei „Denkfabrik“? Wahrscheinlich, dass dieser Name so rein gar nichts mit Finanzen zu tun hat. „Hätte er lieber mal ein bisschen besser darüber nachgedacht. Dieser Penner.“ Ganz ehrlich: Die Diskussion hat mich nur sekundär erregt.

Wiederholungen lassen sich nicht vermeiden. Ich bin da voll bei Sparkojote, Ex-Studentin und dem anonymen Schreiberling. Denn was solls? So wird Wissen verbreitet. Macht es doch wie der Wirtschaftswaise, der schon bei den Überschriften aussortiert. Eine differenzierte Ansicht wäre aber angebracht. Nicht jeder Leser kommt sofort auf den Blog der Szenegrößen, sondern stattdessen auf einen kleineren Blog. Dort informiert er sich. Nach und nach lernt er neue Blogs kennen, sortiert aus und findet ein, zwei, drei Hauptblogs als Informationsquelle. Vielleicht gefällt ihm der Schreibstil besser, vielleicht die Aufbereitung, oder einfach nur die Persönlichkeit des Bloggers. Vielfalt schadet nicht. Und das ist nicht nur ein Grundsatz der Wirtschaftswissenschaften. Oder gehen wir am Besten in der Geschichte zurück. Eine kontrafaktische Annahme: Was wäre gewesen, wenn es neben der Kirche (Damals ein verdammt großer Influencer; die hatten das Monopol unter den Religionsbloggern) keine Menschen gab, die Gegenmeinungen in Buchform, Schnitzereien und Pamphleten veröffentlichten? Tschau Säkularisierung, Grüß Gott Religionsfanatiker.

Jeder Blogger will seine Erkenntnisse teilen. Erkenntnisse…oh mein Gott…ist es in der Wissenschaft nicht genauso? Theorien bestätigen heißt doch auch nur altes und bewährtes neu aufbereiten. So funktioniert es eben. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube, auch bereits diskutierte Themen sind interessant. Bei meinem Emerging Markets Beitrag war das der Fall. Das war im Endeffekt ein ausführliches Update von Informationen und nicht nur ein schnell geschriebener Artikel. Recherche, Bildbearbeitung und Aufbereitungsarbeit standen dahinter. Anscheinend hat das auch „Oldies“ interessiert. Das heißt nicht, dass ein Beitrag immer ganz neue Informationen beinhalten sollte. Jeder Blogger soll zur Vielfalt, auch mit bereits oft gehörten Infos, beitragen. Noch etwas ist für das ständige „Aufwärmen“ verantwortlich: Blogger haben noch kein extrem tiefes Wissen und absolut zusammenhängendes Verständnis. Das braucht Zeit. Und ich Reihe mich hier ein. Blogbeiträge wachsen mit der Erfahrung des Bloggers.

Verständnis

So schön man sich jetzt über die Ansichten vom Couponschneider und den Kommentatoren auslassen kann, so muss ich mir eingestehen: Ja, ich habe Verständnis dafür. Manchmal wird es langweilig. Manchmal ähneln sich die Themen. Manchmal sind Dinge dabei, die man selbst schon tausendmal gehört hat. Manchmal ist die Namensgebung von Blogs irgendwie lustig. In letzter Zeit sind auch meine Besuche auf Finanzblogs rar geworden. Kommentare in der letzten Zeit? Wenige. Meine täglichen Besuche auf Finanzblogroll sind zurückgegangen. Woran liegt das? Habe ich auch das Gefühl, dass es langsam zu viel wird? Nein. Viel mehr bin ich zeitlich momentan sehr im Real Life gebunden. ABER: Auch mein Interesse, mich extrem intensiv mit Finanzthemen zu beschäftigen, ist in letzter Zeit zurückgegangen. Das heißt nicht, dass mich das gar nicht mehr interessiert, sondern einfach die Prioritäten momentan woanders liegen. Vielleicht ändert sich das vollkommen. Dann werde ich auch meine Blog-Aktivität zurückschrauben und es dem Couponschneider gleich machen.

Der fehlende Part

Was können wir aus der Analyse lernen? Was fehlt in unserer Gemeinschaft der Finanzfanatiker? Erinnert ihr euch noch an den Vergleich mit der Wissenschaft? Liegt der Fehler hier? Bestätigen wir uns immer wieder selbst aber gehen keinen Schritt weiter? Liefert die Finanzszene wenig an Explikation und neuen Ideen? Kann sein. Vielleicht fehlt der Tiefgang. Vielleicht fehlt Spezialwissen. Vielleicht aber auch nur Humor und Privatansichten. Ich glaube, die „Oldies“ sehnen sich nach den tiefen Infos, den neuen Ideen. Aber bitte belehrt mich, wenn ich falsch liege.

Was mir persönlich fehlt, ist eine intensivere Zusammenarbeit. Eine Reibung. Ein Aufbegehren. Ein Ansprechen von unangenehmen Themen (Stichwort Affiliate Links) Teilweise das, was Couponschneider mit seinem Artikel bewirkt hat. Bloggerkollegen versuchen das aufzubrechen. Pascal von fyoumoney, Vincent von freakyfinance gehören dazu, aber auch Dominik von finanziell-frei-mit-30 hat mit seiner Blogübersicht einen Schritt in diese Richtung gemacht (zumindest könnte man das so interpretieren). Aber was meine ich damit genau? Beispielsweise die Reaktion auf meinen Beitrag „binäre Optionen“ von fuckyoumoney, was wiederum eine Reaktion meinerseits im gleichen Beitrag hervorrief. Freakyfinance verlinkt gerne mal von alten Artikeln auf neue Beiträge von Bloggern. Hut ab.

Schlussfolgerung

Der Couponschneider hat eine wichtige Diskussion angeregt, die von der Community nicht ignoriert werden sollte. Und so viel man daran kritisieren kann, genau so viel kann man dem kurzen Beitrag und geschriebenen Kommentaren abgewinnen. Deshalb sage ich zu euch: Oh Finanzjünger, lasst uns akzeptieren die Vielfalt der Finanzblogszene und uns weise überlegen beim Klick auf einen Beitrag. Lasst uns nicht verachten die Namen neuer Apostel und vergebe ihnen ihre Wiederholungen. Lasst uns finden neue Ideen und freshe Themen. Halleluja!

Was wird in nächster Zeit meine Aufgabe sein? Reibung. Sexy Reibung. Oh yeah Baby.

Und jetzt kreuzigt mich.

46 Gedanken zu „Der Couponschneider und die Finanzapostel“

  1. Du hast die Diskussion schön zusammengefasst.
    Ich lese auch nicht alle Beiträge (was bei der Menge an Beiträgen auch nicht möglich ist) und sortiere bereits an den Überschriften zum Teil aus. Meiner Meinung nach ist mit der Zeit nicht die Anzahl der Blogs so enorm gewachsen. Es ist einfach die entstandene Sichtbarkeit durch den Finanzblogroll. Vorher habe ich nur 10-15 Blogs aktiv verfolgt und immer gelesen. Durch das Verfolgen des Finanzblogrolls kann ich auf einmal ohne großen Aufwand 60 Blogs verfolgen, wo mir einige vielleicht auch weniger zusagen und ich die Beiträge eigentlich kaum lese.

    Der Finanzblogroll hat viele Vorteile, die ich auch nicht missen wollte (wie zum Beispiel viele Besucher für die einzelnen Blogs). Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Nachteile.

    Schöne Grüße
    Milchbubi Dominik 😉

    1. Hey Dominik,

      eine gute Überlegung. Die vielen Blogs hätte man nicht direkt am Schirm, wenn es den Finanzblogroll (oder die neuen Portale) nicht gäbe. So wird der Leser regelmäßig von den neuen Beiträgen erschlagen. Hier passiert dann die Bewertung, ob der Beitrag gelesen wird. Wie bei dir, ist das bei mir auch so. An den Überschriften sortiere ich aus und ein paar Blogs lese ich regelmäßig. Der Vorteil liegt natürlich an der Sammlung der Blogs. Es ist ein News-Feed, ähnlich wie bei Facebook, nur spezieller. Und bei Facebook wählen wir schließlich auch aus, was wir ansehen wollen. Missen will ich den Finanzblogroll definitiv nicht. Denn manchmal sticht eine Überschrift von einem Blogger hervor, den man vorher noch nicht so intensiv beachtet hat und liest einen spannenden Beitrag.
      Ob wirklich so viele neue Blogs entstanden sind müssten wir mal nachprüfen. Vielleicht führt ja Götz oder Felix eine Liste.

      LG
      Johannes

  2. Ich bin auch großer Fan vom Finanzblogroll. Wäre ich nicht so eine technische Niete, hätte ich mir irgendwann das gleiche privat erstellt. Lese auch bei weitem nicht alle Beiträge auf dieser Welt. Aber ich sehe es wie ein Mathematikbuch: Wer sich da unsicher fühlt, liest ggf. mehrere zum gleichen Thema. Wer Mathematik beherrscht, muss das nicht mehr.

  3. Hi Johannes!
    Ohne dich hätte ich den Artikel vom Couponschreiber gar nicht auf dem Schirm gehabt. Also schon mal danke fürs Aufmerksam machen.
    In der Tat ein „interessanter“ Beitrag von ihm. Einerseits spricht er viel Wahres an und da zolle ich ihm Respekt, weil die Szene (mich eingeschlossen) ja sonst doch arg harmoniebedürftig daher kommt. Ist doch gut, wenn mal einer Tacheles redet. Gedacht habe ich einiges davon in ähnlicher Form jedenfalls auch schon 😉

    Andererseits find ich die Art und Wiese ziemlich überheblich. Er stellt seine „Erfolge“ auf eine (mir) unsympathische Weise heraus und seinen Weg als den einzig wahren dar. Ich mag das nicht! Ich könnte ihm meine Erfahrung und meine Depotgröße unter seinen Artikel klatschen und erwähnen, dass mein Depot weit weniger als die Hälfte meines Gesamtvermögens ausmacht und ich u. a. 7 von diesen „verteufelten“ Immobilien habe. Den „Schwanzvergleich“ würde ich gewinnen aber was hab ich davon?

    Deine Sicht auf das Thema kommt viel reifer und differenzierter daher. Tolle Antwort! Du schaust auch konstruktiv auf die Sache. Was fehlt? Was kann man besser machen?
    Solltest du unter seinem Artikel verlinken!

    Am Ende ist es genauso einfach wie du (bzw. auch schon wirtschaftswaise) schreibst. Überschriften scannen, ggf. anlesen und aussortieren. Wiederholungen sind das Normalste von der Welt. Jeder kann auf seinem Blog schreiben was er will. Jeder andere kann entscheiden, ob er es liest oder nicht. Wenn sich einer Finanzeule nennen will ist das doch sein Bier. Wenn es keine größeren Probleme gibt, ist der Couponschneider ja aus dem Gröbsten raus…

    Ich schaffe es auch nicht mehr alle Blogs zu lesen. Ich habe mit meinem eigenen inzwischen mehr zu tun als ich schaffen kann. Dazu kommt ein Mix aus den Aussagen. Ja, es gibt jede Woche etliche neue Finanzblogs und auch Dominik hat recht. Die anderen sind einfach sichtbarer geworden. Ist mir auch zu viel in dem Sinne, dass ich es nicht schaffe alle zu lesen. Aber ich spreche doch niemandem seine Existenzberechtigung ab.

    Amen!

    Danke nochmal und Gruß
    Vincent

    1. Hi Vincent,
      für mich ist das Thema an sich verständlich, aber eben gleichzeitig unverständlich. Jeder Blogger hat Eigenarten über seine Erfahrungen zu schreiben, der Couponschneider macht es ein bisschen…ja…wie eigentlich? 😉 Wen ein Blogger meint, seine Erfolge etwas größer anpreisen zu müssen, dann soll er das machen. Ob das sympathisch ist? Nicht für alle.
      Danke für das Lob. Ich habe versucht, hart zu schreiben, habe aber gemerkt, dass ich seinen Überlegungen auch in der ein oder anderen Form etwas abgewinnen kann.
      Das mit der Auswahl sehe ich so wie du. Scannen, dann entscheiden und fertig. So viel wie du machst und schreibst glaube ich dir das sofort. Ich komme auch nicht mehr bei allen Blogs hinterher. Irgendwann muss man schließlich auch mal schlafen…;)
      Das Argument von Dominik gefällt mir auch gut. Die Sichtbarkeit macht viel aus und hat etwas Überwältigendes. Meinungsvielfalt sollte es trotzdem geben. Nicht all neuen User kommen über einen Blog rein.

      LG
      Johannes

  4. Hallo Johannes,
    danke für den Hinweis auf den CS-Beitrag. Er hat er schon länger „geschafft“ aus meiner persönlichen Blogroll zu fliegen. Zu viel Antisemitismus, zu wenige Rückmeldung auf Leserkommentare und vor allem (auch in meinen Augen) zuviel Ego.
    Ich fand den Artikel allerdings gar nicht so aufsehenserweckend. Er schreibt halt, was er alles tolles gemacht hat und dass er keine neuen Dinge mehr erfährt und sich alles wiederholt. Tja, ganz ehrlich, das ist ziemlich normal. Irgendwann hat man sich halt Antworten auf seine Fragen besorgt und dann kommt man zumeist ganz gut ohne weitere Blogartikel durchs Leben. Ich bin ja auch nicht nur einmal gefragt worden, warum ich keinen Blog schreibe – ich wüsste nicht, worüber ich schreiben sollte, was nicht schon geschrieben wurde.
    Trotzdem lese und kommentiere ich weiter – insbesondere wenn Anfängerfragen gestellt werden.
    Und wenn immer mehr Finanzblogger die Bühne betreten, darf man halt nicht mehr alle lesen. Ich schaue auch nicht mehr in die Finanzblogroll mehr rein, sondern habe mir ein paar Favoriten abonniert und lese dann gezielt deren Artikel. So what? Lesen ist fakultativ – niemand zwingt mich dazu, jeden Artikel zu lesen.
    Just my 2 cents
    Dummerchen

    1. Hi Dummerchen,

      der CS scheint allgemein nicht besonders beliebt zu sein…
      Der Artikel selbst war sicher nicht ein großer Verriss aller Finanzblogs. Mich hat es gestört, da neuen Blogs praktisch die Daseinsberechtigung abgesprochen wurde. Das vieles an Content bereits vorhanden ist, ist klar. Du siehst es so wie viele hier in den Kommentaren – eine Entscheidung treffen!
      Die Frage ist dann aber doch noch, wie Wiederholungen ausbleiben. Ganz wird das nicht zu schaffen sein, aber die Erkenntnisse sollte dann über die Wiederholung hinausgehen. Bei neuen Blogs wird das dauern, alte Hasen könnten da meiner Meinung nach noch mehr rausholen. Es kommt aber auch darauf an, welche Zielgruppe man bedient – falls der gemeine Finanzblogger das überhaupt hat 😉

      LG
      Johannes

  5. Moin Johannes,

    vielen Dank für diesen Artikel. Ohne ihn wäre ich ebenfalls nicht auf den Artikel vom CS aufmerksam geworden. Gehörte für mich mehr in die Kategorie Update und bei dem schönen Wetter standen andere Aktivitäten im Vordergrund 🙂

    Wie viele Besucher werden pro Monat von den Finanzblogs erreicht? 500.000 oder doch eher 1.000.0000?

    Auf jeden Fall sehr weit weg vom Möglichen.

    Hinzu kommt, dass viele Nischen in der Finanzszene noch völlig unterrepräsentiert oder schlicht nicht vorhanden sind: Finanzen und Kinder wäre beispielsweise ein Thema für einen eigenen Blog – wir kennen leider keinen.

    Wir befinden uns in einer Wachstumsphase – kein Wunder, das neue Mitbewerber auf den Markt drängen. Und bei dem Bildungsstandard aus finanzieller Sicht in Deutschland ist es auch bitter nötig!

    Beste Grüße
    Mike

    1. Hi Mike,

      danke fürs Vorbeikommen. Ich sehe das wie du. Jeder Finanzblog bringt etwas, weil er mit anderen Keywords gefunden wird als andere. Das mit den Kindern ist mir noch gar nicht aufgefallen bzw. habe ich nicht darüber nachgedacht. Da ist sicher noch Luft nach oben. Ein paar Bücher gibt es für die ganz Jungen zumindest schon. Klar, im Grunde ist jeder Finanzblog ein Mitbewerber, aber es kommt darauf an, wie man den eigenen Blog sieht. Mehr als ein Hobby oder nicht.

      LG
      Johannes

  6. Hi zusammen,

    guter, polarisierender Artikel!
    Die Frage ist immer, welche Zielgruppe man bedient. Ich sehe Leute, wie im angesprochenen Artikel, nicht als Zielgruppe an, da ich denen nichts beibringen oder neues erzählen kann mithilfe von fachlichen Artikeln.
    Wenn ich mir aber die Fragen in den Finanz-Facebook-Gruppen etc. anschaue, sehe ich, wie viele von diesen Basics immer und immer wieder gefragt werden. Es drücken in meinen Augen nicht nur neue Blogger (mich inbegriffen…) in die Community, sondern auch allgemein mehr Neuinvestoren drücken in den Markt. Dies hat sicherlich etwas mit dem seit Monaten beständigen Bullenmarkt zutun, weshalb auch die mediale Präsenz nun größer wird und mehr Leute mitspielen möchten.

    Auch die Sichtbarkeit über die Finanzblogroll o.ä. ist sicherlich höher. Ich persönlich bin der Meinung es kann nicht viel genug geben. Es wird sich schlussendlich herauskristallisieren wer langfristig dran bleibt und wer nicht. Ich lese zu neuen Themen immer viele unterschiedliche Quellen. Einer erklärt die Theorie besser. Beim anderen ist es detaillierter beschrieben. Und wieder ein anderer bringt mir den praktischen Umgang bei. Vielleicht gefällt mir auch nur die Schreibe einfach besser.

    Ich sehe es auch ähnlich wie Ex-Studentin, dass mich persönlich immer mehr die persönlichen Erfahrungsberichte interessieren, als die fachlich relevanten Beiträge. Für mich wird die Person dahinter immer wichtiger. Und gute Leute dürfen mir auch gerne immer und immer wieder die 72-Regel erklären.

    Gruß,
    Emanuel

    1. Hi Emmanuel,

      die Frage der Zielgruppe hatte ich auch im Kopf. Wenn der Blog auf Anfänger ausgerichtet ist, sind Wiederholungen vorprogrammiert. In den FB-Gruppen bin ich auch unterwegs, und du hast vollkommen Recht. Es werden ständig die gleichen Fragen gestellt und es kommen mehr Blogger hinzu. Jetzt auch der Spiegel – interessante Sache!
      Der Finanzblogroll hat einiges an Schwung in die Community gebracht. Das ist positiv. Auch ich denke, dass die Vielfalt gut ist. Es ist dann wie bei einer Marke oder einem Produkt. Bei den verschiedenen Angeboten wählt man das, was einem am besten gefällt.

      LG
      Johannes

  7. Hey alle zusammen,

    ich gebe Emanuel definitiv Recht. Es mag zwar sein das es immer mehr Finanzblogs gibt, allerdings häufen sich auch die Fragen um Basics. Dabei spielt es meiner Meinung nach keine Rolle ob es bereits mehrere Beiträge zu ein und demselben Thema gibt. Jeder lässt da irgendwo seine eigene Persönlichkeit mit einfließen oder hat Ergänzungen zu einem bestimmten Thema. Es wird ja grad so dargestellt als sei alles „Copy&Paste“.

    Im großen und ganzen erregt der Couponschneider mit seinem Artikel eine ordentliche Portion Aufmerksamkeit, die mich aber tatsächlich wenig bewegt. Vielleicht ist diese Aufmerksamkeit auch sein Ziel? 🙂

    Seitdem ich selbst einen Blog betreibe, sehe ich das ganze auch aus einem anderen Blickwinkel. Das fängt alleine damit an, dass in dem Moment wo man selbst einen Blog gestaltet eine Menge neues lernt. Ich denke das geht nicht nur mir so.

    Macht weiter so.
    Beste Grüße
    Danny

    1. Hi Danny,

      es gibt tatsächlich immer wieder die gleichen Fragen. Und: Jeder nutzt Suchmaschinen anders. Wenn beispielsweise ein Finanzblogger nicht für ein Keyword rankt, dann vielleicht ein anderer, der das gleiche Thema behandelt. Der Suchende ist zufrieden, sein Ziel hat er erreicht. Genau deshalb ist diese Vielfalt gut. Das Bloggen ist definitiv zeitaufwändig, bringt aber viel. Schließlich ist es ein oft ein reflektiertes Schreiben über gelernte Dinge/Erfahrungen usw. Jeder hat dabei eine eigene Meinung – deshalb auch Wiederholungen, nur in anderer Form.

      LG
      Johannes

  8. Schöner Artikel.
    Ich kann beiden Seiten recht geben, muss aber auch sagen, das ich teilweise absichtlich einen eigenen Beitrag verfasse, zu einem Thema welches es schon gibt.

    Das hat bei mir einen ganz einfachen Grund.

    Wenn ein neuer Leser z.B. ein Anfänger, auf meine Seite kommt, möchte ich das er möglichst viele Infos da findet und sich diese nicht irgendwo zusammensuchen muss. Natürlich verlinke auch ich immer wieder mal auf andere Seite, wenn ich der Meinung bin, das die das besser erklärt haben.

    Ich denke auch man sollte nicht nur an die eingesessenen Denken. Sondern an die Anfänger. Wenn ich mich mit etwas neu beschäftige mag ich es, mehrere Seiten oder Beiträge lesen zu können, um mehrere Ansichten zu kennen. Nicht jeder behandelt immer die gleichen Vor- und Nachteile von Dingen. Schwerpunkte werden manchmal anders gelegt.

    1. Hey Martin,
      vollkommen verständlich! Der Besucher soll möglichst viele Infos auf dem Blog finden, schon alleine deshalb kommt es zu Wiederholungen. Es ist immer ärgerlich, wenn man sich alles aus tausenden Quellen zusammensuchen muss.
      Jeder Blogger schreibt anders und bringt eigene Erfahrungen mit ein. Das kann auch alte Themen spannend machen. Für Einsteiger ist ein Vergleich von Meinungen natürlich wichtig. Da hilft die Vielfalt an Blogs auch.

      LG
      Johannes

  9. Ich sehe die Sache auch sehr entspannt. In meinem RSS-Reader sind über 50 Finanz-Blogger gespeichert – da erlaube ich mir einfach, auszuwählen was ich wirklich durchlesen will. Bei interssanten Themen gerne auch immer wieder (hallo Tim Schäfer!).
    Irritiert hat mich Dummerchens Bemerkung, es gäbe beim Couponschneider „zu viel Antisemitismus“. Vielleicht ist das auch nur unglücklich formuliert, denn der Couponschneider selber hat sich noch nie antisemitisch geäußert – eher im Gegenteil (siehe hier: couponschneider.blogspot.de/2017/05/ich-schame-mich-von-sigmar-gabriel.html )

  10. zum Glück haben wir dann zukünftig nicht mehr so viel vom Couponschneider zu erwarten 😉

    Ich selbst hatte ja bereits das Vergnügen mit diesem arroganten Pinsel
    https://www.finanzwesir.com/blog/futures-trading Für mich übrigens die absolute Ausnahme, mit vielen anderen Blogger habe ich ein freundschaftliches Verhältnis und tausche mich auch gern mal über andere Dinge im Leben aus. FB und Bloggertreffen sei Dank!

    Ich möchte den bunten Haufen nicht mehr missen und freue mich schon heute auf den nächsten Paradiesvogel….

    1. Hey Axe,

      die Vielfalt macht es sicher spannender. Ich kenne den Blog vom Couponschneider nur sporadisch, damit ihn selbst als Person nicht und hatte noch keine Diskussionen oä. mit ihm. Deshalb weiß ich nichts über seine Charakterzüge. Die Diskussion beim Finanzwesir sehe ich als Kritik, der man begegnen kann. Krasse persönliche Angriffe sollten natürlich ausbleiben.

      LG
      Johannes

  11. Hi Johannes,

    hatte der Artikel auch gar nicht auf dem Schirm – von daher Danke für den Hinweis und deine leidenschaftliche Antwort. Ich stimme dir bei deinen Ausführungen voll zu.
    Allerdings finde ich die harte Kritik am CS hier in den Kommentaren ein Stück zu weit geschossen. Wie Johannes ja auch schreibt, kann diese Diskussion durchaus positiv für die Szene sein. Die Art und Weise wie die Kritik vom CS vorgetragen wird muss man nicht unbedingt mögen. Jedoch hat er valide Punkte.
    Ist jeder neue Blog ein Gewinn für die Gemeinde? Ehrlich gesagt: Ich meine nein. Für den Autor ist ein Blog immer ein Zugewinn. Durch das Schreiben setzt man sich intensiver mit dem Thema auseinander und kann informierte Entscheidungen treffen. Doch für die Szene wird es nur interessant, wenn durch einen neuen Blog die Gemeinschaft tatsächlich „bunter“ wird. Das betont Johannes ja auch und die meisten stimmen dem in den Kommentaren auch zu. Doch die Tatsache ist, dass nicht jeder Blog auch eine Meinung beiträgt.
    Wir hatten die Diskussion über „Standardbeiträge“ ja auch schon als Reaktion auf einen meiner Posts. Als Folge ist die Blogparade entstanden. Ich glaube immer noch (wie damals auch auf einen Kommentar des Finanzwesirs geantwortet), dass ein x-tes mal „Was ist ein ETF?“ nicht unbedingt Mehrwert liefert nur weil er von einem neuen Blogger verfasst wird. Interessant wird es erst, wenn das Thema eine persönliche Note bekommt, einen anderen Blickwinkel, eine neue Herangehensweise.
    Ist das ein Problem für die Szene? Ich glaube nein. Da kann man entspannt sein. Die meisten Blogger (mich eingenommen) brauchen ein wenig Zeit um ihren eigenen Schreibstil zu finden. Der Zuspruch kommt dann von alleine. 08/15 Blogs verschwinden irgendwann von der Bildfläche. Natürliche Selektion quasi. Eine Herausforderung stellt das für den FBR und Konsorten dar. Muss man jeden neuen Blog aufnehmen oder sollte man sie erst „reifen“ lassen? Schwierig.

    Ansonsten schließe ich mich (erneut!) deiner Forderung nach „Reibung“ an. Wofür haben wir das Internet, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht? Durch mehr Interaktion kann großer Wert geschaffen werden. Dabei kann man auch ruhig mal anecken, wir sind hier ja nicht bei den Waldorf-Investoren.

    Beste Grüße
    Pascal

    1. Hi Pascal,
      ja, das war eher ein Zufallsklick 😉
      Die Kritik in den Kommentaren ist stellenweise wirklich hart, aber vielleicht haben andere Blogger/Leser schon mehr Erfahrung mit dem CS. Ich selbst kann nur über den Beitrag schreiben, ich hatte sonst noch nichts mit ihm zu tun.
      Ein neuer Blog ist sich nicht ein Gewinn für alte Hasen, die Themen schon tausendmal gehört und gelesen haben. Wie du schreibst: Ein altes Thema kann interessant werden, auch wenn man sich wiederholt. Wie funktioniert das? Indem eine neue Info hinzukommt, ein neues Puzzleteil im Gesamtbild. Finanzblogs schießen momentan wirklich aus dem Boden. Es wird sich zeigen, wer die Ausdauer hat und gekommen ist, um zu bleiben. Ich denke auch, dass die Finanzblogs untereinander, also iS einer Zusammenarbeit noch mehr Wert liefern könnten. Und alles muss man auch nicht mögen. Was heißt mögen? Für gut heißen/nicht der Meinung sein. Das sollte aber auch kommuniziert werden. Denn dann wird es spannend.

      LG
      Johannes

  12. Jawoll Johannes! Endlich mal Reibung im der Finanzblog-Community! Endlich mal kritische Töne!

    Sehr gelungener Kommentar auf den Beitrag des CS.

    Beste Grüße
    Felix

    P.S. Ich bin auch ein Fan des Finanzblogrolls 😉

  13. Moin,

    die ganze Diskussion ist albern und müßig, weil es keine Diskussionsgrundlage gibt. Oder ist es neuerdings verboten, einen eigenen (Finanz)Blog zu betreiben? Für mich hat das auch nichts mit Heuchelei oder Reibung zu tun, sondern lediglich mit gekränkten Egos:

    „Mimimi, die ganzen Grünschnäbel machen mir den Platz streitig und haben eh keine Ahnung. Früher war alles besser.“
    „Mimimi, der Couponschneider hat mich als ‚Milchbubi‘ bezeichnet, obwohl ich voll den Durchblick habe.“

    Was soll das Gejammer?

    Enjoy,
    Götz

    1. Hi Götz,
      danke für deinen Kommentar. Naja, die Diskussionsgrundlage ist ja anscheinend vorhanden, siehe Kommentare…..Gekränkte Egos, trifft vereinzelt wahrscheinlich zu. Bei mir war es eine Reaktion auf die Aussage der „Einschränkung“, das habe ich auch im Artikel klar herausgestellt.

      LG
      Johannes

  14. Moin,
    ich glaube am spannendsten ist doch wirklich das Persönliche bei den Themen, wie Jenny von Ex-Studentin schreibt. Man kann Themen auf ganz verschiedene Arten beleuchten und hat auch ganz andere Sichtweisen. Das selbe Thema mit der selben Struktur und dem selben Ergebnis ist wohl wirklich eher langweilig.

    Ich selbst habe da auch viel Verbesserungsbedarf und versuche aktuell wieder in einer persönliche Geschichte zu gehen. Mal schauen.

    Ich versuche es also lieber, wie die Evangelisten ;). Reformieren und sich anpassen.

    Gruß,
    mafis

    1. Hey mafis,

      die Persönlichkeit und prägende Geschichten dahinter zu entdecken ist emotional und daher spannend. Das, nach dem wir Menschen uns sehnen. Verbunden mit hilfreichen Tipps? Noch spannender. Ich bin gespannt, was du vor hast.

      LG
      Johannes

  15. Ein anonymer Blogger, der sich selbst für den Größten hält und anderen den Mund verbieten will?
    Macht da einen auf #mimimimi, weil ein Blogger erneut ein bekanntes Thema aufgreift?
    Soll er sich doch freuen, dass er so gut Bescheid weiß und sich für unerfahrene und neue Leser freuen.
    Darf es jetzt auch nur noch ein TV Sender sein und eine Kochrezepteseite?
    Nur noch eine politische Ansicht und jeder geht um 22 Uhr ins Bett?

    Echt strange, dass man solchen Leuten noch solche Plattformen bietet. Und was soll das anonyme bashing gegen diesen Florian Günter? Was hat der arme Kerl gemacht? Wieso lässt man solche Kommentare zu und vor allem stehen?

    Sorry, aber so etwas geht gar nicht!

    1. Hi Hobbyinvestor,
      ich lese aus deinem Kommentar heraus, dass du mit dem Beitrag vom CS nicht wirklich einverstanden bist. Auch ich bin der Meinung, dass mehr Finanzblogs einen Mehrwert bringen. Die Entscheidung wo man mitliest, liegt bei einem selbst.

      LG
      Johannes

  16. Couponschneider

    Da möchte ich auch mal dazu melden.

    1. Welcher Rundumschlag? Ich habe doch nur geschrieben, dass es mir langsam langweilig wird.
    2. Jeder kennt die Redewendung: Alles ist schon mal gesagt worden, nur noch nicht von jedem. Und das langweilt an vielen neuen Blogs. Ich habe neulich wieder einen Finanzblog für Frauen entdeckt. Ich werde ihn mir nicht antun.
    3. @Hobbyinvestor: Warum soll ich anderen den Mund verbieten wollen? Nur weil man jemanden kritisiert, heißt es ja nicht, dass man ihn mundtot haben will. Da hat wohl jemand ein dünnes Fell.
    4. Bei Tim Schäfer ist es anders: der erzählt viele Erfolgsstorys. Am meisten imponierte mir der Parkplatzwächter Earl Crawley. Dadurch, dass Tim Schäfer in den USA lebt und arbeitet, hat er praktisch ein Monopol, diese amerikanischen Erfolgsgeschichten dem deutschen Leser näher zu bringen.
    5. @Axe Ich hab Sie damals kritisiert. Ihre Reaktion ist genauso nachvollziehbar wie infantil. Viel Feind, viel Ehr.
    6. @Freaky Finance: Ich weiß gar nicht, was an meiner Art so überheblich sein soll. Ich schreibe einfach, was ich erreicht habe. Punkt. Ich halte meine Rendite noch gar nicht mal, angesichts der historischen Chance, die sich in den letzten acht Jahren an den Aktienmärkten geboten hat. Warum soll ich nicht mehr der Portfolio-Höhe hausieren gehen? Das ist doch das, was viele Leute interessiert.
    7. Es fiel das Wort „konstruktiv“. Bei mir schrillen da die Alarmglocken. Soll ich, wenn ich Kritik übe, „konstruktive Kritik“ üben? Baah! Ich übe Kritik und denke nicht darüber, ob konstruktiv oder destruktiv. 1. Interessiert mich das nicht, 2. bin ich historisch zu bewandert, um eine Abneigung gegen das Erzwingen von „konstruktiver Kritik“ im Sozialismus zu haben, und 3. steht es mir nicht zu, konstruktive Kritik zu üben. Reich-Ranicki hat doch den Autoren auch nicht Tipps gegeben, wie sie ihre Romane besser schreiben könnten.

    Edit von denkfabrik: Habe die Website von dir rausgenommen, da es sie leider nicht mehr gibt.

    1. Hey Couponschneider,

      freut mich, von dir zu lesen.

      1. du hast „quasi“ übersehen. Ein dezenter Hinweis, dass man es so interpretieren kann. Du schreibst nicht nur von Langeweile.
      2. Ich stimme dir zu u. das ist verständlich. Über die „Wiederholungsproblematik“ habe ich ausführlich geantwortet. Man muss eben aussortieren, was auch viele machen. Neue Blogs als Störfaktor zu sehen, nur weil sie sich Wiederholen ist aber zu kurzsichtig.
      7. Erinnert mich an Waltz: Germans always go for head on collision 😉

  17. Moin Johannes,
    super Beitrag zu diesem Thema, auf den mich Vincent dankenswerter Weise gestoßen hat.

    Ich kann beide Seiten verstehen. Zum Einen wiederholen sich viele Themen und ich bin auch einer der Wiederholungstäter in einigen Bereichen. Das finde ich aber auch sehr gut so, denn in erster Linie schreibe ich (und vielen anderen geht es genau so) den Blog für mich selbst. Ich lerne dabei eine Menge und beschäftige mich viel intensiver mit Finanzthemen als ich es sonst tun würde. Und das bedingt nun mal auch, dass man teilweise über alte Themen schreibt. Aber natürlich freue ich mich, wenn mein Blog Leser findet und ich den einen oder anderen Denkanstoß geben kann. Und auch dafür ist die Wiederholung gut: 5 Leute erzählen die gleiche Sache doch etwas anders und das führt dazu, dass man es besser verstehen kann. Klar ist auch, dass wir Jungvolk den alten Hasen da nicht viel beibringen können. Aber die ziehen dann halt weiter und lassen die Finanzblog-Szene links liegen.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass auch immer andere Menschen das Finanzthema entdecken und sich freuen, wenn es einen aktuellen Artikel und nicht nur den von Kollegen xy von vor 5 Jahren gibt.

    Daher finde ich den Artikel sowie einige Kommentare auch sehr merkwürdig. Wenn man gelangweilt ist, dann macht man halt was anderes. Ich komme auch nicht bei allen Blogs und Artikeln hinterher. Aber ist das schlimm? Ich folge ein paar Standardblogs und lese andere sporadisch wenn ein interessanter Artikel erscheint. Wenn es mir zu viel wird, lasse ich was weg. So einfach ist das.

    Aber ich schätze das Angebot sehr und freue mich über jeden neuen Finanzblog. Denn das heißt, dass noch jemand sich so intensiv mit seinen Finanzen beschäftigt wie wir und dass diese Person das Thema selbst in die Hand nimmt. Und das ist letztendlich doch genau das, was wir neben unserer persönlichen Bildung / Unterhaltung mit unseren Blogs erreichen wollen. Oder nicht?

    Ich freue mich jedenfalls regelmäßig über den Kontakt zu anderen Finanzbloggern und -Lesern und die Denkanstöße, die ich dadurch erhalte. Danke dafür an alle, die sich angesprochen fühlen. 😉

    Jahrelang hat niemand über persönliche Finanzen gesprochen und finanzielle Bildung war nur „speziellen Kreisen“ vorbehalten. Das war nicht gut und wird kritisiert. Jetzt tritt (jedenfalls in unserer Community) das genaue Gegenteil ein – auch wieder falsch. Manchen Menschen kann man es echt nicht recht machen.

    Ich verstehe nicht, wieso sich der CS darüber so aufregt. Das reguliert sich doch alles selbst. Blogs die „schlechten“ Content liefern, werden nicht gelesen und verschwinden irgendwann von selbst. Oder sie verschwinden nicht, weil der Autor es nicht für die große Berühmtheit sondern für sich selbst macht. Auch okay.

    So oder so: jeder kann und sollte machen was er/sie will und somit darf natürlich auch der Couponschneider über die ganze Community her ziehen, wenn es ihm denn weiter hilft 😉 – wir müssen es ja nicht lesen.

    Beste Grüße
    Tobias, der sich überlegt, noch eine finanzeule-Domain zu sichern.

    1. Hi Tobias,
      wir alle sind doch Wiederholungstäter, oder? 😉
      Der Blog ist und bleibt halt doch in gewisser Art und Weise ein Tagebuch. Die reflektierte Beschäftigung mit verschiedenen Themen macht jeden einzelnen Blogger individuell. Die Entscheidung, welchen Blog man liest, liegt am Ende des Tage bei dem Leser selbst.
      Das ein neuer FinanzBlog auch ein neuer Investor ist, ist eine schöne Anmerkung, die bisher noch nicht in dieser Form gefallen ist. Das ist doch mehr als Wünschenswert und du hast recht, im Endeffekt das Ziel von der Finanzcommunity.
      Ich glaube auch, dass die Vielfalt mehr bringt als schadet. Am Ende des Tages müssen wir darüber sehr froh sein. Ein Blick in die Geschichte reicht, um vor Freude über den Wegfall der Zensur in die Luft zu springen. Ja, wir werden sehen, welcher Blog bestehen bleibt. Im Grunde kann es ja jeden treffen, obwohl man gut schreibt. Es muss nur das Interesse schwinden.
      Genau – am besten lesen, was man auch wirklich lesen will.

      LG
      Johannes
      PS: Shit, ich wollte auch schon zuschlagen 😛

  18. Öfters kam jetzt die Frage durch: Brauchen wir neue Blogs?
    Meine Meinung: Nur wenn die auch was zu sagen haben!
    Wobei ich ja auch nicht verstehe warum man andernfalls einen Blog schreiben will… 😉

    Wer nur auf den Zug aufspringt in der Hoffnung auch sein Scheibchen vom Kuchen abzubekommen, der ist weder eine Bereicherung für die Leser, noch dürfte der erhoffte Erfolg/Ertrag realistisch zu erwarten sein.
    Wer offensichtlich nur auf Einnahmen durch seinen Blog aus ist (auch wenn das als passives Einkommen ja auch gerne offen gepredigt wird), dem merkt man es oft an und zumindest ich wende mich dann eher ab. Egal ob es wirkt als ob der Blog nur zum Verkaufen eigener Produkte als Marketinginstrument existiert, oder ob sich einer die Mühe macht seine Affiliate-Links hinter Weiterleitungs-Urls auf der eigenen Webseite zu verstecken damit die wahre Absicht hinter seinen Empfehlungen nicht ganz so auffällig zu sehen ist.

    Wer dagegen neue oder spezielle Themen bringt, auch mal seine Meinung vertritt (die auch wenn man nicht zustimmt zum Nachdenken anregen kann), oder einfach nur unterhaltsam ist, der bietet den Lesern was – und die werden es so einem „Überzeugungstäter“ vermutlich auch danken. So haben alle was davon – und für den Blogger könnte sich das dann langfristig auch wirklich auszahlen.

    1. Hi Martin,
      ja, eine Meinung/etwas sagen zu wollen wäre jedenfalls eine gute Voraussetzung für einen Blog 😉
      Das mit der Werbung ist immer so eine Sache. Dazu habe ich auch schon einen Beitrag geschrieben. Ich stehe dieser Form der Einnahmen von anderen Bloggern neutral gegenüber, außer es nimmt überhand. Wenn nur mehr Einnahmen erzeugt werden sollen, dann wirds komisch. Aber auch hier ist die Frage, ob der Blogger das hauptberuflich macht oder nicht. Das würde aber auch eine dauerhafte Werbung nicht rechtfertigen.
      Ja, Blog sollen den Lesern was bieten. Und wenn das einer mit Werbung ist, dann ist das auch ok.

      LG
      Johannes

  19. Pingback: Hitzige Gemüter und Empfehlungen für die Sommer-Lektüre - Fyoumoney.de

  20. Ich finde es schade, dass es den Couponschneiderblog nicht mehr gibt. Ich weiß es genau – durch den bin ich vor Jahren in die Welt eingestiegen, als ich nach realen Depotwerten gesucht habe. Ich finde die Artikel des Couponschneiders sehr erfrischend und das vielleicht liegt daran, dass ich wohl ähnlich ticke. Ich bin nun auch dabei, wieder meine Zeit sinnvoller zu nutzen als bei den immergleichen Bloggern eh immer nur dassselbe zu lesen. Den Ausschlag haben eigentlich die ganzen „neuen“ und immer gleichen Finanzblogs gegeben. Da will eine Studentin oder ein Auszubildender Tipps für die Geldanlage geben und erzählen, wie sie ihre 3,50 im Monat investieren, berichten über ihre Erfahrungen am Geldmarkt und wollen mit 30 finanziell frei sein. In jedem besch.. eidenen Blog finden sich die Kommentare drunter von immer denselben Leuten. Immer schwingt mit: „Ich will durch bloggen Geld verdienen! Kommt zu mir und lest meine Predigt. Und klickt auf die Links. Ich erzähle euch auch, dass ihr mit nur 2 ETF das Depot füllen könnt!“
    Die Statistiken und Jahresendauswertungen des Couponschneiders werde ich wohl sehr vermissen. Das war immer ein Ansporn für mich und ein Vergleich, wie gut ich dastehe und was möglich ist.
    Traurige Grüße
    Unhappy Hippo

    1. Hi Unhappy Hippo,

      ich finde es auch schade, dass der Couponschneider nicht mehr unter den Bloggern weilt. Jeder findet anders zu Finanzinformationen, manche eben auf dem Blog vom CS, so wie du. Genau deswegen ist es ein Verlust. Du meinst, es gibt bei den neuen Finanzblogs fast keine Variationen der Infos? Seit wann stellst du fest, dass du nicht mehr so interessiert am Lesen bist? Das mit den Berufsstatus kann ich nachvollziehen, aber für andere ist es vielleicht interessant zu lesen, wie verschieden die Ansätze sind und wie sich der oder die BloggerIn entwickelt. Für Fortgeschrittene – und das bist du wahrscheinlich – ist das nichts. Das mit dem Geld ist ja fast schon ein dauerhaftes Thema unter Bloggern. Ich verstehe, dass viele Blogger mit einigen Lesern auch davon profitieren wollen. Objektiv dürfte das gerade bei Finanzbloggern nicht wundern. Es ist aber auch so, dass man damit, oder eben bei zu vielen „Werbungslinks“, Leser vergrault werden. Ich glaube, Leser finden mit der Zeit ihre geeigneten Anlaufstellen. Dauerwerbung mag schließlich keiner.
      Hoffen wir, dass du eine neue Quelle findest, die dir weitere Motivation und Vergleichswerte liefert, sodass du wieder ein Happy Hippo bist.

      Liebe Grüße
      Johannes

      1. Hallo Johannes,
        vielen Dank für die sachliche Antwort und die neuen gedanklichen Ebenen.
        „Erfahrung rocks“
        Für den ein oder anderen mag es ja interessant sein zu lesen, wie der Schüler „versucht“, mit 30 finanziell frei zu werden. Man kann erst hinterher abschätzen, wie „gut“ er das wirklich macht und ob es klappt und ob er es überhaupt durchhält (bzw. ob der Blog genug Kohle abwirft). Zeitverschwendung.
        Ich möchte an dieser Stelle nicht zu weit ausholen, aber als Enddreißiger habe ich gelernt, dass der Blick aufs Große Ganze wichtiger ist. Da motivieren die „Success Stories“ auf manchen Blogs schon mehr. Auffällig ist aber, dass es meistens Stories aus den USA sind. Dort ist das Steuersystem komplett anders und hier saugt Vater Staat viel Zugunsten des sozialen Netzes ab. Sparen wird bestraft und auf lange Sicht reicht es nicht, nur das Restgeld von seiner Angestelltenstelle anzulegen und damit reich zu werden. Im Prinzip hätten nur mal alle das ständig empfohlene „Rich Dad – Poor Dad“ – Buch verinnerlichen müssen und man könnte sich den ganzen „finanziell unabhängig“ – Quatsch sparen.
        Robert

  21. Hallo 🙂 ich bin jetzt auf diesen Beitrag gestoßen.

    Hast du wirklich gut zusammengefasst.

    Ich finde die Menge an Finanzblogs gut.

    Und durch Finanzblogroll kann ich mir anhand der Überschriften die besten Blogbeiträge raussuchen.

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